
Die Polat Dönerproduktion GmbH betreibt am Standort Mönchengladbach eine energieintensive Produktions- und Tiefkühllogistik mit mehr als 20 Kühl- und Tiefkühlräumen. Gemeinsam mit fleXality wird die bestehende Energieinfrastruktur seit September 2025 schrittweise zu einem wirtschaftlich optimierten Gesamtsystem weiterentwickelt.
Mit der KI-basierten Plattform fEnOMS™ werden BHKWs, Kälteanlagen, Wärmespeicher und Energieverbräuche standortweit koordiniert. Bereits heute werden Energiekosteneinsparungen von rund 12 Prozent erzielt. An einzelnen Tagen liegen die Einsparungen bei bis zu 35 Prozent. Gleichzeitig konnten die CO₂-Emissionen um rund 10 Prozent reduziert werden.
Die Ausgangslage bei Polat: neue Möglichkeiten, neue Herausforderungen
Durch den Ausbau der Energie- und Kälteanlagen greifen am Standort heute mehrere Erzeuger, Verbraucher und Speicher parallel ineinander. Diese Struktur eröffnet Flexibilität, erhöht jedoch gleichzeitig die Anforderungen an Transparenz, Koordination und wirtschaftliche Entscheidungsfindung.
Zentrale Herausforderungen
1. Komplexes und unübersichtliches Energiesystem
Nach dem Umbau fehlte eine ganzheitliche Sicht auf Energieflüsse, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen im Gesamtsystem. Insbesondere das Zusammenspiel von Stromerzeugung, Kältebereitstellung und Wärmenutzung führte zu einer hohen operativen Komplexität, die im laufenden Betrieb kaum transparent abbildbar war.
2. Unsichere Wirtschaftlichkeit zwischen Eigenstrom und Netzbezug
Mit den Blockheizkraftwerken besteht die Möglichkeit, Strom selbst zu erzeugen oder aus dem Netz zu beziehen. Welche Option wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von Marktpreisen und betrieblichen Randbedingungen ab und lässt sich nicht dauerhaft mit festen Regeln abbilden.
3. Vorhandene Flexibilität nur manuell nutzbar
Kälteanlagen und Tiefkühllager bieten Flexibilität im Energieeinsatz. Ohne übergeordnete Systemlogik war diese jedoch stark erfahrungsbasiert und mit zusätzlichem Aufwand verbunden.
Der Lösungsansatz: Vom Einzelbetrieb zum wirtschaftlich gesteuerten Energiesystem mit fEnOMS
Um die beschriebenen Herausforderungen zu adressieren, wurde am Standort die Softwareplattform fEnOMS™ von fleXality implementiert. Ziel ist es, die vorhandenen Energieanlagen nicht isoliert zu betreiben, sondern in einer gemeinsamen Steuerungslogik miteinander zu verknüpfen.
Im ersten Schritt lag der Fokus darauf, Transparenz über Energieflüsse und Betriebszustände zu schaffen und zentrale Zusammenhänge im System abzubilden. Darauf aufbauend wurde eine übergeordnete Optimierung implementiert, die schrittweise erweitert wurde.
Heute greift fEnOMS™ aktiv in die Betriebsführung ein und koordiniert die relevanten Energieassets standortweit.
Die wichtigsten Elemente der Lösung:
1. Energieverbräuche werden in ein steuerbares Gesamtsystem überführt
fEnOMS™ verknüpft Stromerzeugung, Kältebereitstellung, Wärmenutzung und Speicherbetrieb in einer gemeinsamen Logik. Dadurch werden Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Anlagen gezielt berücksichtigt und in die Betriebsstrategie integriert.
2. Eigenstrom wird gezielt dann erzeugt, wenn er wirtschaftlich sinnvoll ist
Während initial vor allem die Kälteerzeugung optimiert wurde, umfasst die Lösung heute die direkte Steuerung des Blockheizkraftwerks. Das BHKW wird gezielt dann betrieben, wenn dies unter Berücksichtigung von Strompreisen, Wärmebedarf und Speicherzuständen wirtschaftlich sinnvoll ist.
3. Strom, Wärme und Kälte werden erstmals gemeinsam optimiert
Vorhandene Flexibilität wird systematisch nutzbar gemacht. Die Kälteerzeugung wird flexibel zwischen unterschiedlichen Betriebsarten gesteuert und in Abhängigkeit von verfügbaren Energiequellen angepasst. Dabei wird auch berücksichtigt, inwieweit die entstehende Wärme im System genutzt oder gespeichert werden kann.
4. Das Energiesystem reagiert kontinuierlich auf Preise, Lasten und Systemzustände
fEnOMS™ bewertet in kurzen Zeitintervallen den aktuellen Zustand des Energiesystems und passt die Betriebsstrategie fortlaufend an. Neben aktuellen Lasten fließen auch erwartete Entwicklungen und Prognosen in die Entscheidungslogik ein.
Ergebnisse: Messbare Einsparungen durch intelligente Systemsteuerung
Nach der Implementierung von fEnOMS™ konnte das Energiesystem am Standort grundlegend neu ausgerichtet werden. Statt isolierter Anlagensteuerung erfolgt die Betriebsführung jetzt systemübergreifend entlang wirtschaftlicher Zielgrößen.
Bereits in den ersten Monaten zeigt sich, dass sich dadurch sowohl Kosten als auch operative Abläufe messbar verbessern lassen.
1. Energiekosten werden signifikant gesenkt
Durch die intelligente Orchestrierung von BHKW, Kälteanlagen und Speichern wird Energie gezielt dort eingesetzt, wo sie den größten wirtschaftlichen Beitrag liefert. fEnOMS™ entscheidet dynamisch zwischen Eigenstromerzeugung und Netzbezug und stimmt gleichzeitig Wärme- und Kälteprozesse aufeinander ab. Dadurch werden Marktpreise aktiv genutzt und ineffiziente Betriebszustände vermieden.
Das Ergebnis:
Am Standort konnten die Energiekosten um rund 12 % gesenkt werden – mit weiterhin steigender Tendenz.
An einzelnen Tagen werden sogar Einsparungen von bis zu 35 % erreicht.
2. Betrieb wird systematisch wirtschaftlich optimiert
Neben den direkten Kosteneffekten verändert sich vor allem die operative Logik des Standorts. Anstelle von statischen Regeln oder manuellen Entscheidungen basiert die Betriebsführung jetzt auf einer kontinuierlichen, datengetriebenen Optimierung. fEnOMS™ bewertet fortlaufend alle relevanten Systemzustände und passt die Betriebsstrategie dynamisch an.
Das führt zu einer gezielten Einsatzplanung des BHKW, einer besseren Abstimmung von Kälteerzeugung und Speicherbetrieb sowie zu einer deutlichen Reduktion ineffizienter Betriebszustände. Der Standort wird damit insgesamt stabiler, planbarer und wirtschaftlicher betrieben.
3. Energie wird wirtschaftlich eingesetzt statt nur reduziert
Ein zentraler Effekt liegt nicht allein in der Reduktion des Energieverbrauchs, sondern in der deutlich effizienteren Nutzung vorhandener Energiequellen. fEnOMS™ sorgt dafür, dass Strom und Wärme im System gezielt in die jeweils wirtschaftlich sinnvollste Nutzung gelenkt werden.
Besonders deutlich wird dieser Effekt im Betrieb des Blockheizkraftwerks: Hier konnten durch die optimierte Fahrweise Energiekosteneinsparungen von bis zu 56 % realisiert werden.
Das zeigt, dass der größte Hebel nicht im „Weniger“, sondern im richtigen Einsatz von Energie liegt.
4. Das System verbessert sich kontinuierlich im Betrieb
Die erzielten Ergebnisse stellen keine Momentaufnahme dar, sondern sind Teil eines fortlaufenden Optimierungsprozesses. fEnOMS™ passt die Betriebsstrategie kontinuierlich an neue Rahmenbedingungen an, beispielsweise an sich verändernde Energiepreise oder Lastprofile.
Mit zunehmender Betriebsdauer verbessert sich die Qualität der Steuerung weiter. Dadurch können zusätzliche wirtschaftliche Potenziale erschlossen werden, die in klassischen Energiemanagementsystemen dauerhaft ungenutzt bleiben.
Christian Peterkes, Technischer Leiter bei Polat, fasst die Ergebnisse so zusammen:
„Mit der Lösung von fleXality lassen sich bestehende Energieanlagen deutlich flexibler nutzen, Strom und Gas wirtschaftlicher kombinieren und unsere Energieversorgung ist robuster gegenüber Preisschwankungen aufgestellt.“
Mehrwert für Polat auf einen Blick
- Rund 12 % Energiekosteneinsparung auf Standortebene (Tendenz steigend)
- Bis zu 35 % Energiekosteneinsparung an Spitzentagen
- Bis zu 56 % Energiekosteneinsparung im BHKW-Betrieb
- Rund 10 % CO₂-Einsparung
- Intelligente Koordination von BHKWs, Kälteanlagen und Wärmespeichern
- Wirtschaftliche Optimierung unter Berücksichtigung von Energiepreisen, Tarifen und Netzentgelt
Veröffentlichungen zur Zusammenarbeit zwischen fleXality und Polat:
Flexibilitätspotenziale: KI steuert Energie für Dönerproduktion und Logistik
fleXality liefert ganzheitliche Energieorchestrierung für Polat Dönerproduktion





